
Was ein WooCommerce-Shop kostet, hängt vor allem vom Arbeitsumfang ab: Wie gut sind die Produktdaten vorbereitet? Wie kompliziert sind Varianten, Zahlungs- und Versandregeln? Wie viele Sprachen und welche Gestaltung sind vorgesehen? Um Angebote vergleichen zu können, lassen Sie sich die Arbeiten und die Kosten nach dem Start getrennt aufführen. Eine Gesamtsumme allein sagt wenig aus.
Beschreiben Sie vor der Angebotserstellung eine typische Bestellung: Was wählt der Kunde aus, wie kommt der Endpreis zustande, wie bezahlt er und wer bearbeitet anschließend die Bestellung? Auf diesem Weg verbergen sich oft Aufgaben, die auf dem Entwurf der Startseite nicht zu sehen sind.
Gleiche Plattform, unterschiedlicher Arbeitsumfang
WooCommerce läuft auf WordPress und ergänzt die Funktionen eines Onlineshops. Die Wahl der Plattform klärt aber noch nicht, wer den Katalog vorbereitet, wie Versandkosten und Zuschläge berechnet werden, wo Bestellungen eingehen und was vor dem Start geprüft werden muss.
Lassen Sie deshalb konkret festhalten, was „WooCommerce-Shop“ bedeutet: Welche Seiten werden fertiggestellt? Wie viele Produkte werden eingestellt? Welche Zahlungsarten werden eingerichtet und welche Bestellabläufe geprüft? Einen Überblick über das Angebot finden Sie auf der Seite zur Entwicklung von Onlineshops. Den Umfang für Ihr Projekt müssen Sie separat vereinbaren.
Beim Katalog zählt nicht nur die Zahl der Produkte
Einige Dutzend fertig vorbereitete Produktseiten machen weniger Arbeit als ein gleich großer Katalog aus verstreuten Dateien. Im ersten Fall liegen Namen, Fotos, Preise und Eigenschaften vor. Im zweiten muss zunächst geklärt werden, welches Foto zu welchem Produkt gehört, welcher Preis aktuell ist und worin sich ähnliche Artikel unterscheiden.
Geben Sie dem Dienstleister vor der Angebotserstellung einige typische Produkte und eine Beispieldatei für die Übernahme. Ist ein Import geplant, klären Sie, wer die Felder zuordnet, die Produkte in Kategorien einteilt und das Ergebnis prüft. Eine vorhandene Tabelle lässt sich nicht unbedingt sofort einlesen.
Auch für unvollständige Daten brauchen Sie eine Lösung. Sie können die betreffenden Produkte zurückstellen, fehlende Angaben selbst ergänzen oder die Vorbereitung als separate Arbeit beauftragen. Lassen Sie das nicht offen: Sonst fehlt die Aufgabe womöglich im Angebot und im Katalog stehen Produktseiten ohne wichtige Informationen.
Größe und Farbe sind etwas anderes als besondere Bestellregeln
Angenommen, Sie verkaufen Kleidung. Der Kunde wählt Größe und Farbe; für jede Kombination müssen Verfügbarkeit und gegebenenfalls ein eigener Preis und ein Foto hinterlegt werden. Der Aufwand hängt davon ab, wie viele Kombinationen es gibt und wie vollständig die Angaben dafür sind.
Eine Verpackung gegen Aufpreis muss anders beschrieben werden: Gilt der Zuschlag pro Stück oder für die gesamte Bestellung? Ist die Verpackung nur für bestimmte Produkte wählbar? Wie erscheint der Aufpreis im Warenkorb? Wenn der Warenkorbinhalt auch den Versand beeinflusst, müssen die Regeln aufeinander abgestimmt werden.
Je stärker Produktauswahl, Preis und Bestellablauf zusammenhängen, desto mehr Einstellungen und Prüfungen können nötig sein. Für eine genauere Einschätzung helfen mehrere Beispiele mit Warenkorbinhalt und erwartetem Gesamtpreis mehr als der Hinweis „zusätzliche Optionen erforderlich“.
Zahlung und Versand gehören zur gesamten Bestellabwicklung
Nennen Sie die gewünschten Zahlungsarten, Lieferländer und Regeln für die Versandkosten. Hängen diese zum Beispiel vom Bestellwert, Gewicht oder Warenkorbinhalt ab? Sind bestimmte Produkte ausgeschlossen? Ist eine Abholung vorgesehen? Ob die gewählten Dienste zusammenpassen und kostenpflichtige Erweiterungen nötig sind, muss für die konkrete Shop-Konfiguration geprüft werden.
Im Angebot sollte auch stehen, wie der Bestellablauf getestet wird. Vereinbaren Sie Prüfungen für erfolgreiche und fehlgeschlagene Zahlungen, den Gesamtbetrag einschließlich Versand, den Eingang der Bestellung im System sowie die Benachrichtigungen an Kunden und zuständige Mitarbeitende. Besprechen Sie auch, was passiert, wenn keine Zahlung erfolgt: Was sieht der Kunde und kann er die Zahlung erneut versuchen?
Die Anbindung eines Lager-, Kassensystems oder eines externen CRM sollte nicht hinter einer einzelnen Position „Integrationen“ verschwinden. Nötig sind der Name des Systems, die verfügbare Dokumentation und eine Beschreibung der Daten: Was wird wann und wohin übertragen? Ohne diese Angaben bleibt die Einschätzung vorläufig.
Eine zweite Sprache bedeutet mehr als ein übersetztes Menü
Erstellen Sie für einen mehrsprachigen Shop eine Liste aller Inhalte, die übersetzt werden müssen: Seiten, Kategorien, Produkte und ihre Eigenschaften, Warenkorb, Kasse, Kunden-E-Mails und Fehlermeldungen. Sonst ist womöglich die Produktübersicht übersetzt, während der Kunde an der Kasse auf eine andere Sprache trifft.
Klären Sie, wer die Übersetzungen liefert und wer sie im fertigen Shop prüft. Automatische Übersetzung und professionelle redaktionelle Bearbeitung erfordern unterschiedliche Budgets und bieten unterschiedlich viel Kontrolle über die Formulierungen. Prüfen Sie besonders Größen, Lieferumfang und Kaufbedingungen: Ungenaue Texte können falsche Erwartungen wecken.
Vereinbaren Sie außerdem, wer die anderen Sprachversionen aktualisiert, wenn sich ein Produkt ändert. Ist dafür niemand zuständig, kann es sinnvoller sein, zunächst mit weniger Sprachen und abgestimmten Texten zu starten.
Eine Vorlage spart Arbeit, solange sie nicht vollständig umgebaut wird
Eine fertige Vorlage kann den Gestaltungsaufwand verringern, wenn ihre Struktur und die wichtigsten Elemente zu Ihren Vorstellungen passen. Sollen Katalog, Produktseite und Warenkorb dagegen vollständig verändert werden, muss dieser Aufwand separat eingeschätzt werden. Der Kauf einer Vorlage macht solche Änderungen nicht automatisch einfach.
Bei einer individuellen Gestaltung werden Entwürfe und Umsetzung getrennt vereinbart. Halten Sie fest, welche Ansichten gestaltet werden: Ein Entwurf der Startseite reicht nicht aus, um etwa die Auswahl von Produktvarianten, einen leeren Warenkorb oder eine Fehlermeldung im Formular festzulegen.
Planen Sie in beiden Fällen eine Prüfung auf dem Smartphone ein. Kunden müssen ein Produkt auswählen, Zuschläge erkennen, Angaben korrigieren und die Bestellung abschließen können. Ein ansprechender Entwurf ersetzt diesen Test nicht.
Trennen Sie die Kosten für den Start von den laufenden Ausgaben
Entwicklung, Produktübernahme und Ersteinrichtung gehören zum Start. Lassen Sie Hosting, Domain, kostenpflichtige Erweiterungen, Übersetzungsdienste, Gebühren des Zahlungsanbieters und technische Betreuung separat aufführen. Diese Kosten können etwa durch Verlängerungen, die Nutzung eines Dienstes oder die Abwicklung von Zahlungen entstehen.
Klären Sie für jede Position, wem das Konto gehört, wer bezahlt und wie die Verlängerung abläuft. Liegt eine Lizenz beim Dienstleister, fragen Sie, was beim Ende der Zusammenarbeit geschieht. Es muss nicht alles im Entwicklungspreis enthalten sein. Sie sollten aber vorher wissen, wofür Sie später zahlen.
Lassen Sie auch die Betreuung genau beschreiben. Updates, Sicherungskopien, Fehlerbehebung und neue Funktionen sind nicht automatisch dieselbe Leistung. Fragen Sie nach den Grenzen der Betreuung und danach, wie zusätzliche Aufgaben abgerechnet werden.
Warum zwei Angebote für denselben Katalog unterschiedlich ausfallen
Stellen Sie sich vor, Sie schicken zwei Dienstleistern die Beschreibung desselben Katalogs. Das erste Angebot setzt fertige Texte und Fotos vom Inhaber voraus und umfasst eine Sprache, eine abgestimmte Vorlage und eine einfache Versandregel.
Im zweiten Angebot sichtet der Dienstleister die Ausgangstabelle, übernimmt die Produkte, stellt mehrere Sprachversionen ein und richtet Verpackung mit Aufpreis sowie Versandregeln nach Warenkorbinhalt ein. Der Katalog ist derselbe, der Arbeitsumfang aber größer.
Die Gesamtsummen ohne diese Unterschiede zu vergleichen, hilft wenig. Bitten Sie darum, beide Angebote für denselben Leistungsumfang zu berechnen. Bei begrenztem Budget können Sie zusätzliche Sprachen, besondere Gestaltung und nicht notwendige Anbindungen zunächst zurückstellen. Der verbleibende Bestellablauf sollte aber vollständig funktionieren: einschließlich Zahlung, Versand und Eingang der Bestellung bei den zuständigen Mitarbeitenden.
Senden Sie allen Dienstleistern dieselbe Angebotsanfrage
Die folgende Vorlage können Sie kopieren und ausfüllen. Bitten Sie bei jeder Position um eine Kennzeichnung: enthalten, separat zu bezahlen oder nicht enthalten. Daneben sollte stehen, welche Angaben oder Materialien Sie liefern müssen.
| Position | Was Sie in der Anfrage beschreiben |
|---|---|
| Katalog | Anzahl der Produkte, Kategorien, Arten von Varianten und Beispiele für komplexe Produktseiten. |
| Materialien | Stand von Fotos, Texten, Preisen und Eigenschaften; Beispieldatei mit Produktdaten. |
| Produkte einstellen | Wer Produkte hinzufügt, Ausgangsdaten korrigiert und die Übernahme prüft. |
| Versand | Lieferländer, Einschränkungen, Abholung, Kostenregeln und Ausnahmen. |
| Zahlung | Gewünschte Zahlungsarten und vorhandene Konten bei Zahlungsanbietern. |
| Sprachen | Sprachversionen, Liste der zu übersetzenden Inhalte und Herkunft der Übersetzungen. |
| Gestaltung | Fertige Vorlage oder eigene Entwürfe; erforderliche Änderungen. |
| Anbindungen | Namen der Systeme, Dokumentation und Richtung der Datenübertragung. |
| Prüfung | Bestellung per Smartphone, Produktvarianten, Beträge, erfolgreiche und fehlgeschlagene Zahlung sowie Benachrichtigungen. |
| Nach dem Start | Betreuung, Verlängerungen, Kontoinhaber und Kosten für Dienste Dritter. |
Klären Sie separat mit einem Anwalt oder einer anderen geeigneten Fachperson, welche rechtlichen Seiten und Einstellungen Ihr konkreter Shop in Deutschland benötigt. Halten Sie im Angebot fest, wer die Texte liefert und wer sie prüft. Das technische Einstellen der Seiten ist keine rechtliche Prüfung.
Sind Katalog, Versand oder Anbindungen noch nicht festgelegt, hilft die Vorlage dabei, offene Fragen zu finden. Einen genauen Preis liefert sie allein nicht. Dafür müssen zunächst die Anforderungen geklärt werden. Wenn Sie die Nachfrage erst prüfen und Anfragen von Hand bearbeiten können, lässt sich ein vollständiger Shop auch zurückstellen, bis der Verkaufsablauf klarer ist.
Schicken Sie mehreren Dienstleistern dieselbe Beschreibung und vergleichen Sie enthaltene Leistungen, Ausschlüsse und spätere Kosten. Ein hilfreiches Angebot zeigt, was Sie zum Start erhalten und welche Aufgaben separat bezahlt werden müssen.
Wenn Sie den Arbeitsumfang für Ihren Shop besprechen möchten, können Sie die Aufgabe mit Ruslan besprechen. Die Kommunikation ist auf Russisch oder Ukrainisch möglich.
Autor: Ruslan Trinko, Gründer von WebHive. Erstellt seit 2020 Websites und arbeitet heute mit Unternehmen in Deutschland.